„Wir“ sind

 

Joanna Janas, geboren in Poznan/Polen, Studium der Kunstgeschichte, vormals Spielzeugdesignerin, fasziniert von Menschen, liebt Dinge, die Echtheit, Geschmack, Sinnhaftigkeit und Sinnlichkeit verbinden, Mutter zweier bezaubernder Töchter

 

Andreas Wurzer, geboren in Wien/Österreich, Studium der Ökologie, vormals Umweltschützer, Kunsthändler, liebt Natur, Essen und Kunst, Vater derselben bezaubernden Töchter

 

 

Wir beide lieben das Leben, Freunde, Essen, Lachen und die große Vielfalt, die diese Welt zu bieten hat. Wir beobachten aber auch mit wachsender Besorgnis die Entwicklungen, die die Gesellschaft und damit die Erde nehmen: Den immer größer werdenden Einfluss der internationalen Großkonzerne auf die Politik und unser aller tägliches Leben. Die damit verbundene Vereinheitlichung der Gesellschaft, ihrer Lebensweise, ihrer Moden, ihrer Nahrung und damit die Vereinheitlichung unserer Landschaften, Lebensräume und Produktionsweisen. Den Verlust der Vielfalt landwirtschaftlicher Produkte, Obst- und Gemüsesorten und Tierrassen. Den Verlust der Vielfalt von Lebensräumen in unseren Landschaften und regionaler Identität. Den vollkommen gedankenlosen Transport täglicher Gebrauchsgüter und Nahrungsmittel über tausende von Kilometern. Die zunehmende Industrialisierung unserer Produktion und die Entfremdung des Menschen von der Natur. Und ganz allgemein der ständige Druck der Wirtschaft auf uns alle zu konsumieren, zu konsumieren, zu konsumieren,……..

 

Wir sind überzeugt, dass diese Entwicklungen nur dann geändert werden können, wenn eine genügend große Zahl von Menschen Dinge anders tut und vor allem ihr Konsumverhalten ändert, d.h. regionale Produkte kauft, saisonal kauft, kleine Produzenten und traditionelle Produktionsweisen bevorzugt, bereit ist, für gute Qualität mehr zu bezahlen, bereit ist, dem Bauern oder Produzenten einen fairen Preis zu garantieren, von dem sie auch leben können. Wir müssen wieder mehr Interesse für das aufbringen, was uns am Leben hält und nicht für das, was uns in dieser Welt völliger Reizüberflutung vielleicht doch noch einen kleinen Extra-Kick gibt. Wir glauben, dass sich fairer Handel nicht auf Bananen und Kaffee beschränken darf, also Produkten, die aus weit entfernten Regionen zu uns kommen, sondern ganz besonders auch auf die, die direkt in unserer Region hergestellt werden. Auch hier müssen Prinzipien wie faire Bezahlung, ressourcenschonenden Produktion, Achtung von Natur, Lebensräumen und Arten gelten. Und: Die Produkte müssen schmecken, gut riechen, sich gut anfühlen und Freude machen. Nur so werden sie Menschen dazu bewegen, sich vom Konsumwahn abzuwenden.

 

Unsere Lebkuchen werden von Familien in strukturschwachen Regionen in der Slowakischen Republik, in Polen und Österreich hergestellt. Für die meisten dieser Familien sind die Produktion der Lebkuchen die einzige Einkommensquelle in Gebieten, in denen hohe Arbeitslosigkeit herrscht. Die Lebkuchen sind reine Handarbeit, von der Bearbeitung der Teige bis zur Verzierung mit dem Zuckerguss. Sie bestehen aus hoch-qualitativen lokalen Lebensmitteln. Als Färbemitteln werden ausschließlich Extrakte von Beeren und Pflanzen verwendet. Es braucht eine lange Ausbildung, bis man die wunderschönen Verzierungen beherrscht, die in ihrer Eigenart von Generation zu Generation weiter gegeben werden. Die Lebkuchen duften, schmecken köstlich und erfreuen nicht nur Kinderherzen.

 

Wir werden wohl mit dem Verkauf dieser kleinen Kunstwerke nicht die Welt verändern, aber vielleicht tragen wir ein kleines bisschen dazu bei. Unser Firmenname „Bajka“ ist das polnische Wort für „Märchen“ – und bekannterweise werden die ja manchmal wahr.

 

 

Joanna Janas‘ Erinnerungen an den Beginn von „Bajka“

 

Als ich mich vor 10 Jahren ins Auto setzte, um mehrere Familien in der Slowakei zu besuchen, die Lebkuchen erzeugten, ahnte ich nicht, wie weit mich diese Reise führen würde…Meine erste Tochter war fast 2 Jahre alt und ich entschloss mich, während dieser Fahrt abzustillen. Es war sehr schmerzhaft. Am Abend, in einem Holzhaus, mitten in der slowakischen Tatrahatte ich ein Gefühl, als blicke ich im Spiegel in das Antlitz einer Verräterin… Aber als ich am nächsten Tag die erste Familie in einer kleinen Plattenbauwohnung besuchte, war ich gerührt und erleichtert. In den schmalen Gängen, im 9.Stockwerk begrüßte mich eine zehnköpfige Familie, die ihre Schätze vor mir ausbreitete. Fast jedes Familienmitglied hatte eine Aufgabe: Eine machte den Teig, der andere stach die Formen heraus, ein paar verzierten die Lebkuchen mit dem Zuckerguss, andere verpackten und banden die Maschen zu. Ich kann nicht sagen, ob sie glücklich waren, aber ihre Augen leuchteten, wie die von Kindern. Als nächsten traf ich einen Lehrer in der Schule, Vater einer fünfköpfigen Familie, dann eine alleinerziehende Mutter von 5 Kindern.Dann begegnete ich noch einem technischen Zeichner, der nicht mehr für die Atomindustrie arbeiten wollte und der mit seiner Frau beschloss, ganz besondere Lebkuchen zu erschaffen. Viele, die diese kleinen zauberhaften Kunstwerke in Händen halten, deren Zuckerguss wie feine Spitze aussieht, können es nicht glauben, dass sie mit der Hand verziert wurden.

Und so gewann die ursprüngliche Idee, genießbaren, schönen und noch dazu herrlich duftenden Christbaumschmuck anzubieten, auf einmal eine neue Dimension: eine lebendige Tradition mit mindestens 2000-jähriger Geschichte verbindet heute Menschen und Nationen und sichert das Einkommen von mehreren Familien in der Slowakei, in Polen und in Österreich. Gibt es eine schönere Form von Fairtrade, noch dazu vor unserer Haustüre

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